Das Google Adwords Tool

Weshalb ich über die Konfusion von Suchmaschinen manchmal Tränen lachen kann

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Wie wird man eigentlich gefunden über Google? … Eine Antwort auf diese Frage ist so komplex, dass sich eine ganze Reihe von Expertisen entwickelt haben, die sich nur um dieses Thema ranken. Eine davon ist die Keyword-Analyse: Welche Suchbegriffe googlen meine User, was geben sie ein, das zu mir passen könnte, wie schaffe ich es, für diese Begriffe ganz weit nach oben zu kommen?

Dementsprechend kann man seine Onlinetexte optimieren. Durch Überschriften, Links und Wortstruktur kann man Google signalisieren, welche Begriffe auf der Website wichtig sind und wovon der eingestellte Text handelt. Ich habe bisher nichts in diese Richtung gemacht. Ich wollte die Website von Granaton organisch wachsen lassen, habe aus dem Bauch heraus geschrieben und beobachtet, was passiert: Wie sieht mich Google, wenn ich der Suchmaschine keine gezielten Hinweise gebe wer ich bin und worum es sich auf meiner Seite handelt?

Als Messlatte dafür habe ich das Google Adwords Tool verwendet. Es ist eigentlich für die Planung von Werbung auf Google gedacht und zeigt Keyword-Vorschläge für Kampagnen an. Weil es gratis ist, und auch direkt von Google zur Verfügung gestellt wird, wurde es weltweit zweckentfremdet und als wichtigstes Meter für sein eigenes Google Portrait benutzt. Deshalb wird es nun auch bald geschlossen und nur noch nach Registrierung zugänglich sein (Alternativen dazu schlägt Lars Budde auf t3n vor).

Anfänglich waren die Vorschläge, die Google Granaton gemacht hat, vollkommen passend.  „Internet Präsenz“ wurde mir angezeigt, und „Log Buch“. Und – woher weiß Google das? – „neue kreative Ideen“. Google got it, dachte ich zufrieden. Doch seit ich damit angefangen habe, nicht nur über das Bloggen zu bloggen sondern auch über Kunst, seit ich Texte schreibe, die nicht mehr so eindeutig zuzuordnen sind, ist Google völlig durcheinander. Immer noch schlägt man internetbezogene Schlagwortkombinationen vor. Aber zusätzlich haben sich so lustige Interpretationen meiner Seite eingeschlichen, dass meine Augen feucht geworden sind vor Lachen und vor Lachen, als ich das gelesen habe.

Keyword
Wettbewerb
Monatliche globale Suchanfragen
Monatliche lokale Suchanfragen
Niedrig
73
73
Niedrig
91
91
Niedrig
91
91
Niedrig
< 10
< 10
Niedrig
36
36
Niedrig
46
46
Mittel
16
16
Niedrig
< 10
< 10

Google ist der Ansicht, ich solle versuchen, englischsprachige Anfragen für Herrenfriseure in Berlin auf meine Seite zu bringen. Schlägt Suchanfragen für mein Lieblingsspielzeug als Kleinkind vor. Und hält mich jetzt für einen Kriegsberichterstatter. OMG! Irgendwie… hat das was! Hat Google nicht Recht im Unrecht? Wollte ich nicht als kleines Mädchen einmal Friseurin werden? Habe ich nicht schon als Kunststudentin mit Frontfotografie sympathisiert? Und ist nicht die Art und Weise, wie ich meine Kolumne schreibe, auch eine Guerilla-Aktion?

Google, mach weiter! Du machst aus mir einen besseren Menschen und hilfst mir dabei, meine verdrängten Träume zu erkennen! Oder anders gesagt: Suchmaschinen durcheinander zu bringen, ist gar nicht so schwer!

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