Der beste Internet Provider

Ihr Webhosting Anbieter ist ähnlich bedeutsam für Ihre Internetpräsenz, wie eine Airline für Ihren Flug. Ein Webspace Vergleich lohnt!

Geschätzte Lesezeit: 7 Minuten

Internet Provider sind unsere wichtigsten PartnerInnen für den Betrieb einer Internetpräsenz. Gut gewartete Server sind das A und das O unseres Datentraffics. Er soll schnell und zuverlässig sein, mit kurzen Ladezeiten. Wir brauchen aktuelle Softwareumgebungen und Datenbanken. Wir brauchen Domainservices. Wir brauchen Mailboxen. Wir brauchen Support. Wir brauchen Datensicherheit. Wo bekommt man besten Service?

Um Webspace zu mieten, die Domain Granaton.com zu registrieren und größten Komfort für die LeserInnen dieser Seite zu ermöglichen, machte ich mir einige Gedanken über die besten Webhosting Anbieter und testete verschiedene Angebote. Verstehen Sie den folgenden Erfahrungsbericht als Einstieg in diese komplexe Thematik, um einen ersten Überblick über verschiedenen Möglichkeiten für EinsteigerInnen zu bekommen.

Der Internet Provider sollte in dem Land liegen, in dem Sie oder Ihr Unternehmen juristisch verortet sind

Sie haben Ihr Unternehmen in Deutschland? Suchen Sie sich einen deutschen Webhosting Anbieter. Nur so können Sie die strengen Datenschutzrichtlinien Deutschlands juristisch einfordern, bei Ausfällen oder Datenverlusten auf Schadenersatz klagen oder den GeschäftsführerInnen bei schlechtem Service in Ihrer Muttersprache die Meinung geigen. Die juristische Situation wird für Sie durchschaubar und die relevanten AnsprechpartnerInnen sind meistens auch besser zu erreichen, als bei einem Billigriesen in den USA.

Der Server Ihres Internet Providers sollte möglichst nah an ihrer Zielgruppe sein

Daten fliegen mit Lichtgeschwindigkeit durch die Kabel? Ja, das schon. Dennoch gibt es bei langen Wegstrecken Verzögerungen. Ihr Server steht physisch in Texas, während Ihre KundInnen aber in Berlin zu Hause sind? Sie müssen mit Ladezeitverzögerungen von bis zu 10 (!) Sekunden rechnen, die Sie nur mithilfe einer CDN (Content Delivery Network) Verteilung ausgleichen können. Warum wollen Sie Ihre Datenpakete quer über den Erdball schicken, wenn Sie doch gleich ums Eck einen wunderbaren Internet Provider finden?

Internet Riese gegen Server Zwerg

Mein erster gemieteter Serverspace bei einem Webhosting Provider lag bei Strato. Das war im Jahr 1999. Eine Jugendsünde. Strato war ein anonymer Massenbetrieb mit unfreundlichem Service. Ich schwenkte um zu einem jungen Hoster in Berlin, der sehr gute Webspace Angebote hatte, doch leider schloss er nach kurzer Zeit. Riesen tendieren zu Ausfällen. Bei ständig wechselnden AnsprechpartnerInnen dauert es oft lang, bis komplexe Probleme gelöst sind, alles ist standardisiert. Kleine Hoster sind hier vorzuziehen, sie bieten mehr Flexibilität. Wenn sie zu klein sind, bieten sie jedoch nur Service zu Bürozeiten an – und glauben Sie mir: Ihre Website wird immer am Wochenende oder nach Mitternacht nicht erreichbar sein.

Die goldene Mitte der Internet Provider

Hymnische Empfehlungen wurden von mehreren Seiten für All-Inkl ausgesprochen. Ich habe mit diesem Internet Provider noch keine eigenen Erfahrungswerte, habe aber bisher nur Gutes darüber gehört.

Ein ausgezeichneter Internet Provider mit besten Verbindungsgeschwindigkeiten, empfahl mir schon 2000 ein Kollege, sei Host Europe
Ich bin seit 2001 Kundin und war fast immer einverstanden mit deren Leistungen. HostEurope hat kostenlosen 24/7 Telefonsupport. Das kann bei Malwareinfektionen sehr hilfreich sein, auf die man spontan reagieren muss. Im Vergleich sind die Preise für Domains verhältnismäßig hoch. Auch der Speicherplatz könnte günstiger sein. Dafür sind die Server immer bestens gewartet. Seit einigen Monaten hat HostEurope einen sinnvollen Webmailer, der sehr übersichtlich gestaltet ist und einer CRM Anwendung nahe kommt. Es wird auch umweltbewusst ein „Plant a tree“ Programm angeboten. Webhosting verbraucht enorme Energiemengen, hier weist man darauf hin. Ich zwar weiß nicht genau, wo man für 1,- Euro einen Baum pflanzen kann, aber die Idee finde ich hübsch.
Der Einstiegspreis für shared Hosting mit Datenbanken, auf denen man beispielsweise WordPress betreiben kann, ist mit 3,99 Euro monatlich ohne Domain noch gut erschwinglich. Wenn man eine .de Domain dazu bucht, kommen noch einmal 0,60 Euro dazu, also insgesamt 4,59 Euro pro Monat.
Nachteil: Die Kommunikation funktioniert bei HostEurope nur online oder per Telefon. Versuchen Sie, ein Fax oder einen Brief dorthin zu schicken – Sie werden unglücklich.

Virtual Server von Host Europe

Seit ich von shared Hosting umgestiegen bin auf einen eigenen virtual Server, der auch nicht mehr als 13 Euro pro Monat kostet, beträgt die Ladezeit meiner Website weniger als eine Sekunde!  Ein eigenständiger V-Server mit eigener IP ist wesentlich schneller als shared Hosting – ein entscheidendes Plus für die LeserInnen Ihrer Seiten. Ich kann es nur wärmstens empfehlen. Bei 100 GB Einstiegsgröße kann ich auch so viele Bilder und Videos selbst hosten, wie mir in den Sinn kommt, ohne auf ein Datenlimit von beispielsweise 1,5 GB achten zu müssen. Nachteil: Man ist für seine Serverumgebung selbst verantwortlich und braucht Einarbeitungszeit, bis man mit dem Betrieb vertraut ist.

Billige Provider

Speicheranbieter sei gut und günstig und in der Szene als Insidertipp bekannt, wurde mir empfohlen. Die Preise sind so niedrig, man sieht sie kaum, wenn man auf deren Website kommt. Auch die Top-Level Domainpreise sind in Ordnung, es sein denn man möchte eine exotische Tld, dann sind die Preise wiederum absurd hoch. Ich buchte zu Beginn von Granaton bei Speicheranbieter ein 1,5 GB Paket um 1,35 Euro pro Monat inklusive .com Domain. Ich war jedoch so dermaßen unzufrieden sowohl mit den Ladezeiten meiner Website als auch mich den Wartezeiten, wenn ich mich in den Webmailer einloggen wollte, dass ich den Support diesbezüglich mehrfach kontaktierte. Daraufhin wurde ich beschimpft – ich wolle Ferrari fahren mit einem Polo, wurde mir vorgeworfen, dabei wollte ich einfach nur meine E-Mails lesen können! Zwischenmenschliche Probleme, schlechte Technik, Zeitverlust – wozu? Um zwei Euro pro Monat zu sparen? Wenn Sie eine Stunde lang warten müssen, bevor Sie Ihre Mailbox öffnen können, und zehnmal erneut Ihr Passwort eingeben müssen, bevor die Server antworten, kostet Sie das viel zu viel Zeit. Ganz zu schweigen von den Verlusten, die Sie dadurch haben, dass Ihnen Ihre LeserInnen abspringen, wenn Ihre Inhalte zu lange laden müssen.
Einige Male fiel der Mailserver von Speicheranbieter aus, nachdem andere UserInnen SPAM verschickt hatten und mein Server blacklisted wurde. KundInnen schrieben mir, ihre Mails an mich würden nicht mehr ankommen. Dies könne ich nur durch einen eigenen Server umgehen, bei shared hosting habe man diese Probleme immer, sagte man mir bei Speicheranbieter. Wer so wenig zahlen wolle wie ich, dürfe sich über Ausfälle und langsame Server nicht wundern. Bei einer Kundin wie mir würde man noch nicht einmal in die Logfiles sehen, wenn etwas nicht läuft, das sei im Preis einfach nicht drin. Will man bei so einem Provider sein? Ich wollte es nicht und bin zu HostEurope zurückgekehrt.

Ähnlich günstige Preise wie Speicheranbieter hat Netcup. Ich habe ein shared Hosting Paket gebucht, wurde jedoch so oft auf Serverausfälle hingewiesen, bereits bevor ich überhaupt Inhalte hinterlegt hatte, dass ich mir gar nicht erst die Mühe gemacht habe, Daten dort hochzuladen. Die Domainpreise von Netcup sind aber sehr gut, ich habe ein paar Domains dort gekauft und auf andere Server umgeleitet. Leider bietet Netcup keine Backorder-Services an. Für Domain Reseller ist Netcup folglich nicht zu empfehlen.

Die Nerd-Alternative

Uberspace bietet kein Domain-Hosting, sondern nur Serverspace. Domains sind extern zu buchen. Auch Mail-Services sind nicht integriert. Die Serverkonfiguration ist jedoch außerordentlich professionell und gut gelöst. Grundlegendes Vorwissen über Serveradministration ist dafür vonnöten, denn die angebotenen Produkte sind nicht vorkonfiguriert. Größtmögliche Flexibilität wird geboten, der Support per E-Mail ist hervorragend. Auch node.js Hosting ist mit im Angebot. Der monatliche Preis kann selbst gewählt werden. Ein frisches Konzept für UserInnen mit Admin-Ambitionen.

Umweltschutz

Eine spannende Empfehlung kommt von Kommunikationsberater Sebastian Klein: Atomstromfreies Webhosting von Greensta. Greensta bezieht Ökostrom von Greenpeace Energy. Wer die Umwelt schützen will, ist hier richtig. Ein für WordPress geeignetes Serverpaket bekommt man ab 2,49 Euro pro Monat inclusive .de-Domain. Telefonservice von Montag-Freitag von 10:00-16:30 (allerdings zu 0,99 Euro pro Minute). Ein cooles Angebot für umweltbewusste Webseitenbetreiber, die die dringende Supporthotline nur einmal in zehn Jahren in Anspruch nehmen müssen. Über die Energieproblematik nachzudenken ist ein wichtiger Schritt in Richtung Nachhaltigkeit und Klimaschutz.

Polititische Provider

Einige Parteien, Organisationen und auch die Wikimedia Foundation arbeiten mit JP Berlin, die ganz und gar auf Datenschutz setzen. Verschlüsselte Kommunikation und Datenschutz wird groß geschrieben. Ob das tatsächlich auch funktioniert, sei dahingestellt. Man müsste es ausprobieren. Die Preisklasse liegt für Serverspace eher im oberen Bereich.

Fazit

Die Wahl des Webhosting Providers ist eine sehr individuelle Entscheidung. Service, Rechtssicherheit, Umweltschutz, Software, persönlicher Kontakt, Preis…? Was ist für Sie wichtig? Schnelle Server und guter Service sind viel wert.

Welchem Webhosting Anbieter haben Sie sich anvertraut?

6 Gedanken auf "Der beste Internet Provider"

  1. Sebastian Klein Antworten

    Jaja, Hauptsache billig billig. Ich drücke die Daumen, dass es mit der eigenen Preisgestaltung dann trotzdem funktioniert. Abgesehen davon sind die Preise bei HostEurope Super fair, insbesondere unter Gesichtspunkten wie dem schon richtig genannte sehr gute Kundenservice und dem „CO2 neutrales Hosting“. Gerade bei der derzeitigen Situation um unsere Umwelt ist es völlig verantwortungslos so etwas bei der Wahl nicht zu berücksichtigen.

    Ansonsten: netter Blog! Viel Erfolg weiterhin!

  2. Granaton Antworten

    Lieber Sebastian Klein,
    vielen Dank für die netten Wünsche! :)
    Auch ich bin ein großer Fan von HostEurope, der 24/7 Support ist wirklich viel wert. Kannst du mehr über das Thema „CO2 neutrales Hosting“ erzählen? Ganz ehrlich: Mir war bisher nicht bewusst, dass das Thema „CO2“ auch für Provider relevant ist…
    Hast du Empfehlungen für umweltbewusste Provider, die du gut findest?

    • Sebastian Klein Antworten

      Hej,

      ja hab‘ ich ^^

      „Der CO2-Ausstoß, verursacht durch das Internet, ist mittlerweile genauso hoch wie der des internationalen Flugverkehrs. Damit ist das weltweite Datennetz zu einem bedrohlichen Klimakiller geworden. Nach Expertenschätzungen wird in wenigen Jahren die für den Internetbetrieb notwendige Strommenge der Jahresproduktion von drei großen Atomkraftwerken entsprechen.“

      Das hab ich mir allerdings nicht selbst ausgedacht, sondern die Leute von Greensta (https://ssl.greensta.de/) haben das in einem Artikel sehr gut zusammengefasst. Ich selbst plane gerade mit unserem Kunden-Server zu denen zu wechseln, allerdings drücke ich mich noch wegen der nicht gerade wenigen Arbeit … wobei das natürlich keine Ausrede bleiben darf.

      HostEurope geht da schon einen ganz guten Weg, aber mit deren Mixed Strom sind die noch nicht konsequent genug. Greensta.de sind da im positiven Sinne kompromisslos :-)

      • Sebastian Klein Antworten

        P.S.: Ich nehme dieses Thema mittlerweile mit in fast jede Kundenberatung…

        • Granaton Antworten

          Ein sehr wichtiger Punkt! Ich habe deinen Tipp in den Artikel mit aufgenommen, vielen Dank Sebastian!

  3. Theo Hi Antworten

    Ein freundliches Hallo!
    Ich will zunächst meine Freude über den Stil unterstreichen. Schön!

    Zur Sache kann ich nicht viel beitragen. Vielleicht eine kleine Warnung vor „all-zu-billig“.
    Ich habe eine sehr spannende Erfahrung mit all-inclusive-webspace-de machen müssen. Da flattert mir eine Mail in den „Kasten“, die zum Inhalt hat, dass ich jetzt nun meine Backups wieder einspielen könne. Aus heiterem Himmel. Mein Staunen war sehr groß.

    … Leider hatte ich keine aktuellen Datensicherungen. Somit ist der Inhalt dahin.
    SQL- und html-Daten waren zu 100 % weg. Kann daraus Schlüsse ziehen? Ist das üblich, dass beide „Dienste“ zur selben Zeit sterben? Hat da das Equipment oder das Personal versagt?

    Ich bin bedient. „Alles drin, alles dran“. Stimmt genau!!! ( bitte keine Häme, ich habe teuer bezahlt )
    Deshalb gebe ich Granaton völlig recht und füge hinzu: Darum prüfe, wer sich bindet, ob sich nicht was besseres findet.

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