Ein paar Gedanken über das Logbuch

Was schon längst Praxis bei Granaton ist, kurz zusammengefasst: Ich werde kein Logbuch mehr führen, dafür mehr Fachartikel schreiben.

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Warum wollte ich ein Logbuch führen?

  • Um ein Zeitdokument über die Erstellung einer Internetpräsenz zu erstellen.
  • Um täglich Arbeitsschritte festzuhalten und sie so mit anderen zu teilen.
  • Um eine Sammlung guter  Inhalte zu erstellen.
  • Um Feedback zu bekommen.
  • Um meine Marke bekannt zu machen.
  • Um organisch Schreibpraxis zu bekommen und zu lernen.

Wie ist es mir dabei ergangen und welche Fehler habe ich gemacht?

  • Ich war zu schüchtern: Ich hätte von Anfang an seriös Online-PR machen müssen, um das Logbuch bekannt zu machen. Wenn man täglich schreibt, ist es wichtig, auch neugierige LeserInnen zu haben. Doch ich war zögerlich. Erst wollte ich das Design festlegen, dann einen Körper an Inhalten erstellt haben, um überzeugen zu können – und schon war ein Jahr vorbei. Dabei habe ich genau genommen noch nicht einmal richtig mit Online PR angefangen.
  • Ich habe es nicht geschafft, jeden Tag zu schreiben. Manchmal kam über mehrere Wochen kein neuer Artikel. So demotiviert man seine AbonnentInnen. Manchmal hatte ich so viel im Kopf, dass für einen Text kein Arbeitsspeicher in den Synapsen mehr frei war. Manchmal hatte ich Schreibblockaden. Manchmal gab es einfach nichts zu sagen. Wenn man ein Logbuch führt, sollte man sich eine Dramaturgie aussuchen, die jeden Tag spannend ist – und nicht so trockener Natur, wie die Erstellung einer Internetpräsenz.
  • Meine Artikel waren nicht emotional genug. Oder auch zu emotional. Mein Logbuch ist weder ein unterhaltsamer Fortsetzungsroman geworden, noch eine gute Gebrauchsanweisung. Nicht Fisch, nicht Fleisch. Eher buntes Gemüsecurry. Ich werde die Artikel neu aufarbeiten.
  • Dass ich vom ersten Tag an Statistiken erstellt habe, ist sehr wichtig für mich. Durch sie kann ich Zugriffe auf alle Artikel gut nachvollziehen. Die Idee, mein Logbuch könnte anderen dabei helfen, ihre eigene Internetpräsenz zu gestalten oder zu verbessern, ist nicht so aufgegangen, wie ich es gewünscht hätte. Kaum jemand klickt sich durch den Loop. Insgesamt konnte ich sechs UserInnen ausmachen, die sich zahlreiche Artikel in Serie angeschaut hätten. Nur ein einziges Mal öffnete eine LeserIn 46 Texte nacheinander. Die Zugriffe kamen nach Interessensgebieten.

Welche Schlüsse ziehe ich daraus?

  • Ich bin nicht der Typ für ein Logbuch. Zu undiszipliniert, zu komplex im Kopf, die Erkenntnisprozesse gehen bei mir in die Tiefe und weniger in die Breite. Ich bin eher der Typ für Fachartikel und Kolumnen mit einem größeren zeitlichen Abstand.
  • Die Erstellung einer Internetpräsenz ist möglicherweise nicht der richtige Stoff für ein Logbuch. Zu wenig emotional, zu trocken. Würde ich ein neues Logbuch starten, würde ich eine schönere Geschichte suchen, die mehr mit Menschen oder Natur, mit täglichem Fortschritt oder dem Wetter zu tun hat. Ein Thema, das sich als Zeitdokument gut eignet.
  • Logbuch schreiben ist trotzdem toll. Bin ich froh, dass ich damit angefangen habe! Schauen Sie sich an, was da schon alles an Inhalten entstanden ist – und was für einen Lernsprung ich gemacht habe dabei … „Inbound Marketing“ nennen mache Onlinemarketeers dieses Procedere auch. Ich mag diesen Begriff nicht sehr, da er mit einem „neuen Terminus“ das bezeichnet, was seit vielen Jahren gang und gebe ist als Grundlage guter Online PR.
  • Die Statistik zeigt sehr schön, dass Recherche- und Fachartikel, die zeitlos gehalten sind und permanent gepflegt werden, wesentlich höhere Zugriffsraten haben, als Logbucheinträge. Das liegt einerseits an Suchmaschinen, die solche Artikel besser listen. Andererseits auch daran, dass sie lieber über soziale Medien geteilt werden.

Wie geht es weiter?

Die vorliegenden Inhalte des Logbuchs werden von mir neu geordnet und besser für Suchmaschinen optimiert werden. Ich werde mich zukünftig auf thematische Schwerpunkte konzentrieren: WordPress, soziale Medien, Online PR, Datenschutz, Hardware, Design und Statistik. Wenn ich spannende Themen ausfindig machen werde, über die ich gerne veröffentlichen möchte, werde ich das auch weiterhin unmittelbar tun. Es wird sich also für Sie als AbonnentIn dieses Blogs nichts verändern. Für neue BesucherInnen werde ich die Informationsarchitektur und die UX Schritt für Schritt verbessern. Bleiben Sie also dran, es bleibt spannend!

Teilen Sie Ihre Meinung mit