Granaton

Granaton ist akademische Medienkünstlerin und diplomierte Marketingmanagerin. Sie führt die Inhalte ihrer Ausbildung kreativ zusammen und entwickelt daraus eine Kultur der Veränderung in der Tradition von Joseph Beuys. Granaton wird als Künstlername geführt, der für die Blogperformance „Granaton | Buero für Onlineplanung“ steht.

Granatons Vorgeschichte

Granaton studierte Architektur, Medienkunst und Kulturwissenschaften. Sie eröffnete eine global orientierte Kunstgalerie mit dem Schwerpunkt „Medien“, gestaltete die Standards für Internetpräsenzen im Kunstbereich mit und führte Online Art in den Kunstmarkt ein. Sie förderte, kuratierte und sammelte zahlreiche Kunstprojekte im Web und veröffentlichte dazu kulturwissenschaftlich fundierte Texte. Ende der 2000er Jahre fokussierte sie sich auf Onlinemarketing und -PR mit dem Schwerpunkt Kunst, Kultur und Gesellschaft, ergänzte ihr Wissen durch das postgraduale Studium Management und Marketing und gründete 2013 Granaton | Buero für Onlineplanung.

Wieso nennt sich Granaton Künstlerin?

Granaton verfolgt die Idee der sozialen Plastik von Joseph Beuys – auf das Internet bezogen. Die (mit)Gestaltung der Gesellschaft als bewusster Akt ist künstlerisches Handeln, die Maxime „Jeder ist ein Künstler“, wird von ihr individuell interpretiert und weitergetragen. Durch dokumentierte Beobachtungen, spontane Provokationen oder konzertierte Aktionen macht sie auf unerschlossene Möglichkeiten, konfliktreiche Situationen oder Leid verursachende Probleme aufmerksam und erzeugt dadurch kreative neue Sichtweisen und Lösungswege. Ihre weitreichenden Kenntnisse über Marketing und PR setzt sie in subversiver Weise für die Schaffung von neuen Realitäten ein.

Warum ein Künstlername?

Das Pseudonym baut auf jahrhundertealten europäischen Traditionen auf. Es ist im deutschen Namensrecht verankert. Die Möglichkeiten und Chancen, Künstlernamen zu führen, müssen bewahrt werden, deren Bedeutung auch in Zeiten des Internet deutlich gemacht werden.
Derzeit zeigt sich die Spaltung in zwei unterschiedliche Weltanschauungen in der Netzwelt. Die der Befürworter und Verfechter des Pseudonyms (Wikipedia und andere werbefreie Internetpräsenzen) und die der Plattformen, die Pseudonyme verbieten und multiple Accounts gänzlich unterbinden wollen (Facebook, Google+ … ). Der Grund für die Verfemung des Künstlernamens liegt in der verbesserten Analysemöglichkeit des Individuums begründet. Wer als Person nur einen einzigen Account unter seinem bürgerlichen Zwangsnamen führen darf, ist leichter für Werbung trackbar und kann besser durch Monitoring überwacht/ausgewertet werden. Das erhöht die Glaubwürdigkeit von Statistiken, die die Basis sind für den Verkauf von Werbung/politischen Analysen.
Unter dieser rigiden Zwangsnamenpolitik fällt der legitime Künstlername durch den Rost. Durch (übersteigerte) Angstszenarien („Mobbing“) wird dem Pseudonym ein Ruch von Kriminalität oder unlauteren Absichten angelastet. Die Auswirkungen sieht man bereits im Alltag (Pseudonym = „Fake“ = Beschimpfung). Dabei geht verbale Gewalt/Kriminalität in den meisten Fällen nicht von pseudonymisierten Nutzern aus, sondern vielmehr von denen, die sich unter ihren bürgerlichen Namen zu Gewalt offen bekennen. Gegen die Verfemung von Künstlernamen/Pseudonymen setzt sich Granaton ein. Und dokumentiert ihre Erlebnisse, die sie während ihrer Zeit als Künstlerin mit einem offensichtlichen, legitimen Pseudonym im Netz beobachtet.

Was bedeutet Granaton?

Ein Granat ist ein Schmuckstein, der besonders im deutschsprachigen Raum eine interessante historische Bedeutung hat. Dadurch, dass er einer der wenigen Edelsteine war, die in diesen Breiten abgebaut werden konnten, war er für eine breite Bevölkerungsschicht erhältlich und setzte sich so als vorherrschendes Ziermedium durch. Nach dem Ersten Weltkrieg stand er für Hoffnung, Aufbau und Zukunft. Granatons Urgroßmutter besaß fragilen handgefertigten Granatschmuck, eine Makroabbildung davon ist das Logo von Granaton.

On steht für Online. Eine Internetpräsenz ist in vielerlei Hinsicht die Erweiterung der eigenen Persönlichkeit und wird nicht selten zu einer individuellen Identität. On hat ein Eigenleben. On ist amorph, geschlechtsneutral und grenzenlos. Das Internet könnte ein Ort sein, wo Geschlecht oder Herkunft keine Rolle spielen. Doch durch die Abwesenheit von anerkannten Spielregeln und Kontrollorganen zeigt sich derzeit eine Tendenz, die man sich nicht gewünscht hat, als das Www an den Start ging, und die man auch nur schwer vorhersehen konnte: die Dominanz des weißen Mannes im Netz. Sexismus, Rassismus, Menschenverachtung. Nirgends sieht man deren Auswirkungen stärker als in unkontrollierten Communities online. Der Kontakt mit dem Computer enthemmt. Man fühlt sich unbeobachtet, in seinem eigenen privaten Umfeld geborgen, das setzt unkontrollierte Affekte frei, selbst wenn jedes Wort, das man postet, öffentlich ist. Granaton legt solche Tendenzen offen, dokumentiert Störungen und engagiert sich für ein faires Internet.