Profile in Sozialen Medien einrichten

Nicht nur für die Social Signals zur Suchmaschinenoptimierung sind eigene Accounts sinnvoll.

Geschätzte Lesezeit: 9 Minuten

Es gibt mittlerweile so viele soziale Plattformen, dass es kompex geworden ist, den Überblick über alle von ihnen zu behalten. Um meine Marke Granaton überall sofort abzusichern und meine eigene Website von Anfang an mit anderen Seiten zu verknüpfen, lege ich sofort Profile an und reserviere den Usernamen. Ich beginne mit Profilen auf Facebook, Twitter, XING, Google+, Soundcloud, Vimeo und Pinterest. Dazu brauche ich Profil- und Hintergrundbilder, einen Slogan, einen „Elevator Pitch“ und etwas Geduld.

Ich beginne mit den Bildern. Für das Profilfoto kaufe mich mir ein Bild bei Fotolia. Ich bearbeite es mit Adobe Photoshop, passe die Farben an und erstelle eine Masterdatei. A propos Photoshop: Diejenigen, die noch nicht mit Adobe arbeiten, können sich das gesamte CS2 Paket KOSTENLOS bei Adobe herunterladen. Wieso das möglich ist, ist mir nicht so ganz klar. Ob man die so heruntergeladene Software kommerziell verwenden darf oder nicht, das müsste man genauer recherchieren. Angeblich wollte es Adobe Bestandskunden einfach machen, Upgrades anzufertigen. Ich halte das eher für eine clevere Marketingstrategie um EinsteigerInnen anzuwerben, die man später zu Cloud-UserInnen macht. Aber so genau weiß ich das leider nicht. Ich weiß nur, dass der Download über Adobe und die Ausführung funktionieren, eine Freundin hat es mir erzählt.

<Nachtrag 01.06.2013>
Die Bilder von Fotolia sind für Logos nicht lizensierbar. Jedenfalls nicht in der Standardlizenzversion. Wer bei Fotolia ein Werk kauft, kauft nicht das Bild an sich sondern nur eingeschränkte Rechte zur Nutzung. Deshalb sollte man immer vorab die Lizenzverträge genau durchlesen, um zu wissen, was man damit tun darf und was nicht.
Ich habe, um überhaupt erst einmal loslegen zu können, diesen Fotolia-Dummy gut verwenden können, temporär war das auch wunderbar. Falls man jedoch schon ein eigenes Logo hat, sollte man es besser gleich verwenden, denn ganz ehrlich: Es dauert, bis man alle Profilbilder ausgewechselt und wieder richtig eingepasst hat.
</Nachtrag>

Für das Hintergrundbild kreiere ich in eine Collage aus gesammelten Bildern, die ich über die Google Bildersuche finde.  Dann überlege ich mir einen Slogan und meinen Elevator Pitch.

Google+ ist das erste soziale Netzwerk auf meiner Liste. Das Profilbild hat eine Größe von 250px × 250px, das Hintergrundbild von 940px × 180px. Es gibt diverse Textfelder,  die Möglichkeit, weitere soziale Profile zu veröffentlichen und ein Feld für Links auf eigene Seiten. Sobald das Profil fertig ist, trage ich mich in der englischsprachigen WordPress Community von Frank Bültge ein. Und füge Frank sowie ein paar andere coole Leute gleich zu meinen Kreisen hinzu.

<Nachtrag 07.07.2013>
Google+ ist furchtbar. Abgesehen davon, dass fast alle meine Berufskontakte und FreundInnen eher auf Facebook sind denn auf Google+, ist dieses sogenannte „soziale Netzwerk“ ein diktatorisches Regime der Sonderklasse. Kontaktaufnahme zu Google ist noch komplizierter/unmöglicher als zu Facebook, und das will etwas heißen. Die Verknüpfung zu 1000 Googleprodukten ist mandatorisch und für mich eher eine Belastung als ein Plus und Google fragt mich ständig nach meiner Handynummer. Ich kann nicht mehr zu Youtube wechseln, ohne Handynummer. Mein Youtube-Account wurde mit einer Zwangsmitgliedschaft zu Google+ belegt, er ist nicht mehr eigenständig. Der „Author“ Metatag soll mit meinem Google+ Account verknüpft werden. Mein Profilbild soll so in den SERPs aufscheinen, wenn Granaton gegoogelt wird, was Google einen Vorteil anderen Suchmaschinen gegenüber verschaffen wird. Für Google Maps wird ein Google+ Account verlangt. Überall nur noch Google. Kartellbildung sondergleichen. „Sei Teil des Googleuniversums oder lebe mit den Nachteilen“. Ich weigere mich, da mitzupielen. Kündige alle Google+ und sonstigen Google Accounts. Dem fällt leider auch mein jahrelang gehegtes und gepflegtes Youtube-Profil zum Opfer. Aber das ist mir egal. Es gibt Alternativen. Google+ sucks.
</Nachtrag>

Facebook ist an der Reihe. Um eine Unternehmensseite einzurichten, brauche ich zuerst ein Personenprofil von Granat On auf Facebook. Damit kann ich Admin für beliebig viele Fanseiten werden. Ich registriere mich auf den Namen Granat On, lege zwei Fanseiten an (Künstler und Unternehmen) und sichere mir die URLs mit meinen Wunschnamen. Achtung! Bei Facebook gelten mit Punkt getrennte Wortkombinationen und zusammen geschriebene Worte als ein- und dieselbe URL. facebook.com/granat.on = facebook.com/granaton.

Für das Profilbild kann ich leider nicht das gleiche Bild verwenden wie für Google+, denn Facebook beschneidet mein Bild. Deshalb gebe ich meinem Motiv in Photoshop etwas mehr Luft bis zum Bildrand. Das quadratische Format kann beibehalten werden. Das Titelbild folgt bei Facebook bestimmten Kriterien. Die Abmessungen werden von Facebook mit 851 Pixel Breite und 315 Pixel Höhe angegeben. Ich lege das Bild jedoch mit 928 x 344 Pixeln an, so wird es schärfer. Nachdem beide Bilder richtig eingepasst sind, trage ich meine Texte und einen Link auf das Impressum meiner Seite ein. Denn ja – auch Facebook Unternehmensseiten fallen unter die Impressumspflicht. Mit einer zwei-Klick Lösung von der Startseite des Unternehmensprofils auf „Info“ und dann direkt auf das Impressum von Granaton bin ich auf der sicheren Seite.

<Nachtrag 01.08.2013>
Facebook ist nicht besser als Google+, was das diktatorische Regime und die Absurdität des Aspekts „social“ betrifft. Aber seine User sind besser. Es ist viel unterhaltsamer und die Informationen fließen flüssiger. Leider werden einem Admin von Fanseiten absurde Hürden aufgebürdet (Edge Rank), die nicht selten dazu führen, dass man organisch überhaupt keine Likes oder Kommentare ernten kann, weil die Artikel bei Fans gar nicht erst angezeigt werden. Facebook zwingt seine Seitenbetreiber immer effizienter in seine Werbestrukturen hinein. Weiterhin nutzen oder gehen? Ich bin mir nicht sicher, ob die Unternehmensseite und die Künstlerseite für Granaton Sinn machen. Aber noch gebe ich nicht auf. Denn derzeit gibt es zu Facebook noch keine echte Alternative.

Übrigens ein heißer Tipp für alle, die sich schon einmal darüber gewundert haben, weshalb Facebook alte Vorschaubilder, die auf der eigenen Website schon längst ersetzt wurden, immer noch anzeigt: Facebook hat einen Cache, der die Daten einer einmal gescrollten Seite nicht so schnell wieder ausspuckt. Man kann diesen Cache für eine URL aber mit diesem Facebook Tool löschen. Und dann wird nur noch das aktuelle Bild angezeigt.

</Nachtrag>

Anschließend kümmere ich mich um Twitter. Als Profilbild kann ich die Datei verwenden, die ich für Google+ angelegt habe. Die Kopfzeile hat jedoch eigene Maße. Ich lege ein Bild in der empfohlenen Größe 1252 x 626 Pixel an. Bei Twitter kann ich auch ein Hintergrundbild gestalten. Ich probiere dafür verschiedene Größen und Variationen aus, nach ein paar Experimenten gefällt mir alles. Man kann noch extra die Hintergrundfarbe und die Linkfarbe definieren. Meine Texte werden komplettiert – fertig.
Ich kümmere mich aktuell noch nicht um die Inhalte meines Twitter Accounts. Bin mit den Strukturen noch nicht vertraut, will nur das Profil anlegen, um bereit zu sein für Follower und Profilen, denen ich folgen will. Dafür lohnt sich die Mühe aber.

XING steht als nächstes Netzwerk auf meiner Liste. Das Porträtfoto soll die Maße von mindestens 640 x 846 Pixeln haben. Ich lege ein Bild an. Fülle alle vorgeschlagenen Menüpunkte aus und schreibe mich gleich in ein paar Gruppen ein. Der RSS-Feed meines Logbuchs wird auch in mein XING-Profil eingebettet. Meine Unternehmensseite ist an der Reihe. Ein Logo für eine Unternehmensseite bei XING sollte die Maße 285 x 70 Pixel haben. Ich improvisiere ein wenig (die Gestaltung des Logos von Granaton kommt erst zu einem späteren Zeitpunkt) und fülle die Angaben der Unternehmensseite aus.

<Nachtrag 23.07.2013>
Bei XING werden nur bürgerliche Zwangsnamen für Personenprofile akzeptiert. Mein Granaton-Personenprofil wurde gesperrt, die Unternehmensseite wurde für ungültig erklärt und konnte nie wieder reaktiviert werden. Doch XING hat ein deutsches Impressum – ich konnte durch die Kommunikation mit dem Team meinen offiziellen Künstlernamen durchsetzen. Lediglich das Profilfoto konnte ich nicht mehr verwenden, hier wird tatsächlich das echte Foto der UserIn verlangt, oder alternativ der Dummy von XING. Ich habe ihn auf den Kopf gestellt. Das ist auch lustig. Hin- und wieder wird mein Profil dennoch gesperrt, ich vermute, dies ist eine direkte Reaktion auf Beschwerden von anderen Mitgliedern, die nicht akzeptieren wollen, dass für mich andere Regeln gelten als für sie selbst. Und XING unterbindet diese Sperren nicht, die ich durch Benachrichtigung per E-Mail wieder aufheben lassen muss. Es fühlt sich nicht gut an, doch ich bleibe erst einmal dabei. Zwangsnamen werden nur von Plattformen verlangt, die ihre User mit Werbung adressieren. XING ist eigentlich eine Plattform, bei der man für werbefreie Profile bezahlt. Ich vermute, XING ist ein Zwitter und besteht deshalb auf Zwangsnamen.
</Nachtrag>

Soundcloud ist unkompliziert, ich lade nur den vorgefertigten Google-Avatar hoch, mache ein paar Eintragungen und alles ist fertig. Vimeo will gerne mehr Angaben von mir wissen, ich pflege mein Profil mit Daten und gestalte einen eigenen Vimeo-Avatar in der Größe 300 x 300 Pixel. Nun fehlt nur noch Pinterest. Für Pinterest brauche ich einen neuen Avatar in der Größe 223 x 223 Pixel, denn durch den Upload in das Profil verliert mein Bild seine Sättigung. Ich muss manuell in Photoshop die Farbwerte nach oben schrauben, damit mein Granat in etwa so aussieht, wie ich es gerne haben möchte. Pinterest bietet außerdem die Verifizierung meiner Homepage an. Ich lade eine kleine HTML-Datei in mein Root-Verzeichnis und Pinterest bestätigt mir daraufhin die Authentizität meiner Homepage. Zur Belohnung bekomme ich einen echten Dofollow-Link auf meine Seite.

Die sozialen Signale dieser Profile, die ich alle mit meiner Website verlinkt habe, haben Granaton einen guten Google PageRank beschwert. Ob sie Auswirkungen auf die Rankings von Artikeln haben, das kann ich schwer einschätzen. Ich habe beispielsweise keinen sichtbaren Abfall nach der Kündigung des Google+ Accounts beobachtet.

<Nachtrag 10.10.2013>
Die Verfemung von Künstlernamen / Pseudonymen in Werbenetzwerken belastet mich sehr. Ich wünsche mir Alternativen. Nun habe ich gehört, dass es in England bereits ein soziales Netzwerk von Wikipedia namens Tea Room geben soll, das in Deutschland aber noch nicht eingeführt wurde. Ich bin hoffnungsvoll, bald ein werbefreies, basisdemokratisches Netzwerk zur Verfügung zu haben, das die deutschen Gesetze respektiert und Künstlernamen unterstützt.
</Nachtrag>

<Nachtrag 13.10.2013>
Suchmaschinen sollen für den Suchbegriff „Granaton“ auf der ersten Seite nur Informationen über mich oder mein Unternehmen anzeigen. Doch es hat sich ein neues LinkedIn Personenprofil dazwischengeschoben, das nicht von mir ist. Ich vermute, es stammt von einer Künstlerin aus den USA, die mich kennt und sich meinen Namen als Familiennamen „ausgeborgt“ hat, die Kombi mit den Vornamen könnte passen. Um es aus den SERPs zu verdrängen, lege ich selbst einen LinkedIn Account an, reserviere mir die passende URL und sammle so viele Kontakte, dass mein Profil stärker wird. Und tatsächlich wird das andere Profil kurze Zeit später nicht mehr in Suchmaschinen angezeigt. Auch das kann ein Grund sein, ein soziales Profil anzulegen, auch wenn man es darüber hinaus gar nicht nutzt.
</Nachtrag>

<Nachtrag 18.10.2013>
Auch bei tumblr habe ich nun ein Profil. Habe es noch nicht genutzt, will mir aber gerne ansehen, welche Möglichkeiten es dort gibt. Und für WordPress brauchte ich ein Profil, um Gravatar nutzen zu können. Es bewährt sich ungemein, sein Logo als Profilbild fertig vorbereitet mit mehreren Abständen zum Bildrand auf der Festplatte liegen zu haben, das spart viel Zeit.
</Nachtrag>

 

Ein Gedanke auf "Profile in Sozialen Medien einrichten"

  1. angie Antworten

    wunderbar, bin bei der suche „Adobe, zwangsbeitritt zur cloud“ auf euren Artikel gestossen,
    angie

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