Datenschutz und Pseudonyme

Zwei Panels von Granaton auf der Social Media Week Berlin 2014

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Die Social Media Week Berlin ist eine globale Konferenz rund um soziale Medien und das Internet. Sie findet parallel in mehreren Städten statt, einmal pro Jahr pro Veranstaltungsort. Ab morgen ist es wieder soweit, am 22.09. beginnt die berliner Ausgabe 2014. Ich war bisher zwei Mal als Teilnehmerin mit dabei und habe umfangreiche, lehrreiche Inhalte hören sowie spannende Kontakte knüpfen können. Dieses Jahr bedanke ich mich dafür bei der Organisation ebenso wie den TeilnehmerInnen mit zwei eigenen Diskussionspanels, die ich exclusiv für die Social Media Week Berlin kuratiert habe.

Das Pseudonym in sozialen Medien

Am Montag, 22.09.2014, als Eröffnungsevent der Social Media Week Berlin, sind Rechtsanwältin Sabine Frank und Politologe Dirk Franke meine Gäste. Wir werden von 11:00 bis 11:45 über die Frage diskutieren, ob Pseudonyme auch – und vielleicht sogar besonders – in sozialen Kontaknetzwerken ihre Berechtigung haben.

Wenn Sie an dieser Diskussion teilnehmen möchten, registrieren Sie sich bitte auf der Seite des Panels „Das Pseudonym in sozialen Medien„.

Dirk Franke ist langjähriger Wikipedia Autor und im deutschen Wikipedia-Raum weithin unter dem Namen „Southpark“ bekannt. Seit 2014 ist er Community Manager bei Wikimedia Deutschland. Mit seinem Begrüßungssatz „Lassen sie mich durch! Ich habe Recht!“ auf seiner Wikipedia-Profilseite macht er humorvoll deutlich, worum es bei Wikipedia in Diskussionen über Artikel häufig geht. Weshalb nun ausgerechnet bei einer neutralen, nichtkommerziellen, nichtpolitischen Plattform wie Wikipedia Pseudonyme nicht nur erlaubt sind, sondern sogar rigoros geschützt werden, wird Dirk Franke anhand von Beispielen erläutern.

Sabine Frank ist die Leiterin Jugenschutz und Medienkompetenz von Google Germany. Sie wird über den Umschwung von Google sprechen, der in der Haltung zu Pseudonymen bei Google+ zu bemerken war. Nach der Gründung des sozialen Netzwerks im Jahr 2011 wurde dort Klarnamenpflicht gefordert und exekutiert. „Wir wollen echte Namen von echten Menschen“ verlangte man seitens der Sprecher von Google+. „Fake“ Accounts wurden verfolgt und gelöscht. Im Juli 2014 kam der Gesinnungswandel. Seither kann man auch auf Google+ ein Pseudonym nutzen.

Dr. Ralf Bremer, Senior Manager bei Google Germany für Communications and Public Affairs, schickte mir das offizielle Statement von Google zu diesem Umschwung im Originalwortlaut. Sabine Frank wird dazu detaillierter Stellung nehmen.

When we launched Google+ over three years ago, we had a lot of restrictions on what name you could use on your profile. This helped create a community made up of real people, but it also excluded a number of people who wanted to be part of it without using their real names. 

Over the years, as Google+ grew and its community became established, we steadily opened up this policy, from allowing +Page owners to use any name of their choosing to letting YouTube users bring their usernames into Google+. Today, we are taking the last step: there are no more restrictions on what name you can use. 

We know you’ve been calling for this change for a while. We know that our names policy has been unclear, and this has led to some unnecessarily difficult experiences for some of our users. For this we apologize, and we hope that today’s change is a step toward making Google+ the welcoming and inclusive place that we want it to be. Thank you for expressing your opinions so passionately, and thanks for continuing to make Google+ the thoughtful community that it is.

Ihr Datenschutz im Internet – Fragen an Dr. Alexander Dix

Datensammlungen im Netz sind für uns nicht länger überraschend. Nicht zuletzt auch bei der Social Media Week Berlin werden wir alle zu gläsernen Menschen. Um an den – meist kostenfreien – Diskussionen und Workshops teilnehmen können, müssen wir uns mit unserem Namen, unserer E-Mail Adresse und zahlreichen weiteren Angaben registrieren. Ist dies rechtens? Können wir diese sogenannten „Pflichtangaben“ umgehen? Dr. Alexander Dix wird uns ebenfalls am 22. September von 14:50 bis 15:40 für solche und ähnliche Fragen zum Datenschutz im Netz zur Verfügung stehen.

Dr. Alexander Dix ist Berliner Beauftragter für Datenschutz und Informationsfreiheit. Zuvor war er sieben Jahre Landesbeauftragter für den Datenschutz und für das Recht auf Akteneinsicht in Brandenburg. Er ist Vorsitzender der Internationalen Arbeitsgruppe zum Datenschutz in der Telekommunikation (international auch bekannt als “Berlin Group”) und Mitglied der Artikel 29-Gruppe der Europäischen Datenschutzbeauftragten.

Wenn Sie an diesem Panel der Social Media Week Berlin mit Dr. Alexander Dix teilnehmen möchten, registrieren Sie sich bitte auf der Seite der Diskussion „Ihr Datenschutz im Internet„.

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