Vertikalabstände – ach du liebes bisschen!

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In meinem vorherigen Artikel habe ich über meinen Plan geschrieben, alle Vertikalabstände (Margins und Paddings) mathematisch zu berechnen und intuitiv einzustellen. Was für eine unglaubliche Arbeit…

Es gibt unendlich viele Vertikal-Margins in meinem Theme, von oben und unten, von diversen Divs und sonstigen Feldelementen. Sie sind für alle Elemente unterschiedlich – und auch nicht immer für mich logisch nachvollziehbar. So wie auch im Leben. Weshalb halten manche Menschen einen großen Abstand zu anderen Menschen, weshalb kommen manche Gesprächspartner viel zu nahe? Warum steht der nette Nachbar an der Kasse im Supermarkt so weit vom Kunden vor ihm entfernt? Wieso ist ein Wald dicht oder undicht, weshalb sind die Stockwerke des Hochhauses so hoch wie sie sind? In der ursprünglichen Theme-Variante waren alle Proportionen, so wie sie eingestellt waren, aufeinander abgestimmt. Doch nun, da ich damit begonnen habe, alle Abstände individuell anzupassen, fühle ich mich wie Sisyphos. Denn die Veränderung der Höhe der Stockwerke des Hochhauses bewirkt gleichzeitig die Verschiebung der Distanzen einiger Kunden an der Kasse.

Eine Übersetzungsvariante von „Margin“ ist „Toleranz“. Ich fürchte, darauf muss ich mich berufen. Ich kann nicht alle Abstände exakt identisch für alle Seiten und alle Elemente anlegen. Wenn ich den Abstand von Element x auf Seite a anpasse, so ist er auf Seite b gleich mit angepasst, doch Seite b hat andere Voraussetzungen. Wenn ich den Fußabstand von Element Beta vergrößere, damit Element Zentauri richtig proportioniert sitzt, passe ich gleichzeitig den Abstand zu Element Milchstraße an, doch das wollte ich nicht, denn der Abstand war perfekt. Es gibt so viele Teilbereiche auf meiner Seite, Header-Elemente, Content-Varianten, Posts, Pages, Widgets, ps… alle haben ihre Margins.

Langsam verstehe ich Webentwickler, die niemals bestehende Themes überarbeiten würden, sondern immer eigene Themes schreiben – weil es wesentlich einfacher für sie ist, vorab einen genauen grafischen Plan für alle Elemente zu bekommen, und diesen dann selbst zu codieren, als bestehende Codierungen ausfindig zu machen und zu ändern. Vielleicht werde ich das eines Tages auch beherrschen. Doch noch bin ich nicht so weit. Ich kann nun auch nicht mehr zurück – einmal angefangen muss ich das Werk vollenden. Und Element für Element, Div für Div, individuelle Margins coden, so lange, bis alles passt.

Mit Toleranz!

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