Videos per iFrame in Blogposts einbetten

Responsive Features und Tracker sollte man berücksichtigen, wenn man mit Videoplattformen Verbindungen eingeht.

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

Videos einbetten in Blogposts wird jetzt auch bei Granaton diskutiert. In meinem vorherigen Artikel über das Stattbad Wedding habe ich zum ersten Mal iFrames benutzt, um Bewegtbild aus externen sozialen Medien in meinen Blog zu holen.

Youtube. Mein Herz. Du hast mich so genervt, als du mich ständig nach meiner Telefonnummer fragtest und ununterbrochen versucht hast, meinen Google+ Account mit dir zu verknüpfen, dass ich dich verlassen habe. Ich hasse diese Aufdringlichkeit. Vimeo ist viel freundlicher und dezenter als du.

Vimeo ist wirklich schwer in Ordnung. Eine wunderbare UX trifft auf gute Abspielqualität. Nachteil im Vergleich zu Youtube ist, dass man keinen Video Editor hat. Wer verwackelte Anfänge oder Schwenks auf den Boden am Ende des Clips abschneiden möchte, braucht eine eigene Offlinelösung. Die Videos rendern außerdem etwas länger beim Upload. Und die Hochlademöglichkeit ist für Gratisuser auf 500MB pro Woche beschränkt. Das ist nicht viel. Trotzdem. Vimeo ist viel angenehmer, was die Bedienbarkeit betrifft und auch wesentlich datenschutzfreundlicher.

Datenschutzfreundlicher? Wirklich? Wieso zum Teufel zeigt mir mein Ghostery Browserplugin dann plötzlich Google Analytics und einen Werbetracker an, wenn mein Artikel über das Stattbad Wedding aufgerufen wird? Leider ist die einzig mögliche Schlussfolgerung die, dass über den iFrame auch uneingeladene Datensammler in meine Seiten hineingemogelt werden. Ärgerlich, dass ich dafür sogar meine Datenschutzhinweise erweitern muss.
Was tun? Der einzige Ausweg, um ein Video sicher und ohne Tracking einzubetten in einen Artikel, ist das Selbsthosting der eigenen Videos über einen Upload in die Mediathek von WordPress. Seit WordPress 3.6 geht das, das Procedere ist das Gleiche wie bei Bildern. Man muss sich allerdings um Player und richtige Formate selbst kümmern. Dagegen ist grundsätzlich nichts zu sagen, wenn sich nur nicht meine Hostingkosten dadurch verhundertfachen würden. Auch 10 GB, seien wir realistisch, sind nicht viel, wenn man Videos selbst anbieten will. 100 GB wären dafür auf Dauer gesehen besser. Doch auch 100 GB sind für Videopräsentationen nicht sehr viel. Ein eigener Server würde zur Notwendigkeit. Lohnt sich der Aufwand, Serveradministration zu lernen und die viele Zeit aufzuwänden?
Bei Vimeo habe ich ein halbes GB pro Woche, also 26 GB pro Jahr gratis. Sogar 260 GB pro Jahr, wenn man sich einen PRO Account für 7,98 Euro pro Monat leistet. Ich beiße in den mild säuerlichen Apfel, akzeptiere die zwei Tracker von Vimeo und benutze die Plattform als Videozuhause.

Das Einbetten von Videos in eigene Artikel über Vimeo ist kinderleicht. Man kopiert den iFrame aus der Videoquelle (Share-Button auf dem Video anklicken, Code unter „Embed“ in die Zwischenablage holen) in den HTML Code des Beitrags (Reiter „Text“ im Tiny MCE Editor), fertig. Wenn man noch die Größe anpassen möchte, kann man entweder feste Werte über width und height vergeben oder alternativ auf Responsivität achten, vorausgesetzt man betreibt eine responsive Website. Darüber hat Ellen Bauer von Elmastudio einen feinen Artikel geschrieben, sie weiß genau, was man bedenken muss, wenn man über iFrames in elastischer Manier Videos in Artikel einbetten will.

Mehr braucht man nicht, um Bewegung in seine Artikel zu bringen. Vimeo ist in Ordnung. Die Qualität ist gut, der Player ein bisschen bunt, dafür auch gut bedienbar. Natürlich hat Youtube das größere Potenzial als Suchmaschine für virale Videos. Und ja, Youtube komprimiert besser und spielt schneller ab. Aber für mich passt die Liaison mit Vimeo gerade wunderbar. Dauerlösung? Vielleicht. Man muss sehen, wie sich Granaton entwickeln wird und vor allen Dingen, was aus Vimeo einmal wird.

Um Alternativen zu Vimeo zu testen, habe ich mir Dailymotion angesehen. Wenn die Franzosen darauf schwören, was kann daran falsch sein? Vor massiver Werbung werde ich gewarnt. Tatsächlich läuft beinahe vor jedem Clip, auch vor privaten, ein nerviger Werbespot in voller Länge. Es gibt nicht einmal eine Skip-Funktion nach fünf Sekunden wie bei Youtube. Und es gibt keinerlei Möglichkeit, selbst Werbung für hochgeladene Videos abzuwählen. Man kann sich nicht dagegen wehren, als Packesel für Spots aller Art benutzt zu werden, kann nur hoffen, unwichtig und ungespielt genug zu bleiben, um für Werbung uninteressant zu sein. Insofern ist Dailymotion für mich keine Option. Als Alternative für werbefreies Steaming bietet Dailymotion eine Videocloud an. Sie funktioniert sehr gut, hat schöne Playerfunktionen, die man selbst gestalten kann. Doch sie ist zehnmal so teuer wie Vimeo. Ich werde folglich einen Plus Account bei Vimeo bestellen. 50 Euro pro Jahr für 260 GB werbefreies, seriöses Straming, das ist doch schwer ok, nicht?

Playervergleich: Vimeo versus Dailymotion in der Gratisvariante. Vimeo schreit visuell lauter und hat weniger Funktionen. Ist das ein Nachteil? Nicht unbedingt.

Wie hosten SIE Ihre Videos? Vimeo, Youtube, Upload über die eigene Mediathek oder eine andere Variante? Hinterlassen Sie gerne Ihren Kommentar dazu!

5 Gedanken auf "Videos per iFrame in Blogposts einbetten"

  1. Paule Antworten

    An YouTube ist ja mittlerweile das problematische, dass es mittlerweile zu Google gehört und ähnlich wie Google Plus mehr und mehr Bedeutung bei SEO und Auffindbarkeit in der Google-SuMa gewinnt.
    Eine Lösung ist für mich, meine Geschäfte mehr und mehr auf Nischen zu konzentrieren und nicht an die Masse zu richten. Sozusagen Long Tail sei Dank. Ein imaginäres Beispiel: Buddhistische Handpuppen aus Wasserhyzinte bemalt in Behindertenwerkstätten und eben nicht der X-te, langweilige Schmuckhersteller.

    • Granaton Antworten

      Lieber Paule,
      Youtube wurde schon 2006 von Google gekauft. Doch erst durch die Einführung von Google+ und den massiven Druck, den Google seit 2012 auf seine UserInnen ausübt, einen Account in diesem sozialen Netzwerk anzulegen, wurde es problematisch. Die Aggressivität, mit der schrittweise für die Nutzung sämtlicher Googleprodukte eine G+ Zwangsmitgliedschaft verhängt wird (vergiss nicht, dass G+ Klarnamenpflicht vorgibt) dient der zunehmend besseren Trackbarkeit der BenutzerInnen. Mit den mächtigen Tools Suchmachine, Lokalisierung (Maps), Videos (Youtube), Bilder (Picasa), Google Analytics, Google+ (Autoren), Google Fonts und natürlich Android soll der einzelne Mensch immer besser identifzierbar und so für Industrie und Politik lückenlos überwachbar gestaltet werden. Ich weiß nicht, warum die EU das zulässt, G+ und Google Analytics widersprechen allen Regeln des freien Marktes und dem Schutz des Individuums.
      Das Gute am Internet ist: Ich habe die freie Wahl, mich für oder gegen Google Produkte zu entscheiden. Ich benutze keine Android-Produkte, setze auf Nischen-OS bei meinen Smartphones. Ich vermeide Google Maps, lade Bilder auf meine eigene Seite hoch und benutze für meine private Suche DuckDuckGo. Meine Statistiken erstelle ich selbstgehosted mit Picasa. Schriften bette ich über meinen Server ein, wenn ich Google Fonts verwende, konvertiere ich sie zuerst. Und ich habe mich – zumindest vorläufig – für Vimeo für Videos entschieden. Wer weiß, wie lang Vimeo noch unabhängig ist, wie man sieht, bringt mir es schon Google Analytics auf die Seite. Aber vielleicht gibt es gute alternative Plattformen, die ich noch nicht kenne?
      Mir ist klar, dass Google für Business-Zwecke sehr wichtig ist. Ich empfehle Youtube oder Maps auch immer dann, wenn ich sehe, dass es viel Sinn macht, diese Google Plattform zu nutzen. Aber wann immer es nicht zwingend notwendig ist, rate ich davon ab. Und derzeit sehe ich noch keine Nachteile in Rankings bei Google, wenn ich G+ NICHT nutze (bis auf den Verzicht auf das Autorenbild in den Google SERPS, aber das nehme ich in Kauf).
      Herzlich
      Granat On

  2. Tobias Antworten

    Guten Morgen!

    Bei mir setzt sich gerade schleichend Youtube durch. Vimeo ist schön, verlangt aber für kommerzielle Anwendung einen Pro Account. Dazu kennt es in der Besucherschar kaum jemand.

    Ich habe noch viele selbstgehostete Videos mit mediaelement.js. Damit konnte man recht gut geräteunabhängig hosten, musste sich aber selbst um Größen, Qualitäten, Bandbreiten, Besonderheiten des IE, iPad Retina etc. kümmern.

    Wie gut hat denn die WordPress Mediathek die unterschiedlichen Gerätetypen im Griff? Youtube läuft einfach überall…

    Gruß nach Berlin!
    Tobias

    • Granaton Antworten

      Salut Tobias!
      Youtube ist in vielen Punkten technisch besser als Vimeo, da gebe ich dir recht. Aber es ist auch eine grauenvolle Werbeschleuder. Die 5-Sekunden Anzeigen von Werbungen beispielsweise sind eine Pest. Sie bringen dem Veröffentlicher eines Videos erst dann Geld ein, wenn sich die BesucherInnen die Werbung auch wirklich ansehen, vorher ist es nur Zeit- und Nervenverschwendung für alle Beteiligten. Dadurch, dass Vimeo hochwertige Pro-Accounts hat, die auch von vielen UserInnen genutzt werden, gibt es diese megaaggressive Werbeschiene nicht. Insofern bin ich dort momentan sehr glücklich und zufrieden. Ich tendiere immer mehr dazu, für besseren Datenschutz und Werbefreiheit bezahlen zu wollen. Ich muss nicht alles gratis bekommen. Gute Services gegen gutes Geld einzutauschen anstatt Werbedruck auf die UserInnen auszuüben ist doch fein!
      Selber hosten ist für mich momentan nicht interessant, weil ich keinen eigenen Server betreibe und es innerhalb der nächsten Zeit auch nicht geplant habe. Shared Hosting wird für Videos einfach zu teuer. Wenn ein zusätzliches GB Serverplatz einen Euro pro Monat kostet, kommt man so schnell auf 300 Euro pro Jahr und mehr nur für Videoserverplatz. Das steht momentan für mich noch in keinem Verhältnis.
      Die Video- und Audiofeatures der WordPress Mediathek kann ich gerne testen, darüber werde ich einen eigenen Artikel schreiben. Danke für die Inspiration!
      Deine
      Granat On

  3. Tobias Antworten

    Für in die eigene Seite eingebettete Videos gibt es soweit ich weiß keine Youtube Werbung. Dann würde es auch m.E. keiner mehr machen.

    Dass das Angebot von Videos Geld kostet, das irgendwie bezahlt werden kann, was nicht immer über Werbung geht ist mir bewusst. In den technisch guten Shared Hosting Paketen bekommt man i.d. Regel so viel Speicher hinterhergeschmissen, dass die Mediathek eine echte Alternative wäre. Bin gespannt auf deinen Artikel :)

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