Was spricht für WordPress als Redaktionssystem?

Fragen wir einmal anders. Was spricht dagegen?

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

WordPress als CMS (Content Management System) im Jahr 2013 erscheint mir wie ein Wunder. Ein Dschinn aus der Flasche, der mir all meine Wünsche erfüllt. Wie konnte ich früher nur ohne sein?
Als das world wide Web populär wurde, schossen statische HTML Seiten wie Pilze aus dem Boden. Fast zwanzig Jahre sind so manche Internetpräsenzen schon alt, und sie laufen nach wie vor auf einer soliden Basis. Wenn sie von Anfang an gut geplant und präzise angelegt waren, bestand kaum Erneuerungsbedarf. Sie sind stabil und zuverlässig, übersichtlich und lassen sich nicht so leicht stören. Doch wie wunderbar ist diese Möglichkeit, jederzeit online gehen zu können und in das eigene System einzugreifen! Texte und Bilder völlig getrennt zu halten vom Design und so lange zu feilen und zu polieren, bis die Inhalte glänzen wie Paradiesäpfel? Ich möchte das auf keinen Fall mehr missen. WordPress bietet alles, was ich dazu brauche.

WordPress lernen: Es gibt viele Bücher über WordPress, eines davon von Spezialist Frank Bültge. Auf Youtube findet man umfangreiche Videotutorials vom ersten Einstieg bis zu spezifischen Problemstellungen. Webarchitektin Irene Wolk hat einige davon veröffentlicht. Aufzeichnungen von Lectures zum Thema WordPress findet man auf der Seite des WP Camp in Berlin. Meetups und Barcamps finden regelmäßig statt.

WordPress Fans kann man überall auf der ganzen Welt treffen. Man findet zahlreiche Diskussionsplattformen online rund um WordPress. Ich habe selbst eine gegründet. WordPress Berlin ist eine lebendige Gruppe geworden, auf jede Frage gibt es Anwort. Englischsprachig ist die immer größer werdende Community WordPress auf Google+.

WordPress Kurse eignen sich für einen Schnelleinstieg in die Funktionsweisen von WordPress. Die Volkshochschulkurse von Carsten Wiegrefe in Berlin kann ich sehr empfehlen. Wer in Berlin eine projektbezogene Einführung mit individuellem Coaching für WordPress möchte, ist in einem Workshop bei Viktor Nübel bestens aufgehoben. Sicherlich gibt es auch in Ihrer Stadt gute Angebote.

Die Lernkurve bei WordPress
ist steil. Nach einem knappen Jahr mit WordPress kann ich bereits selbst  vielen NeueinsteigerInnen wie Profis Tipps geben. Beim kommenden WP Camp am 9. November werde ich einen Onlineplanungs-Workshop mit WordPress anbieten.

Was spricht also gegen WordPress? Obwohl es tatsächlich das beliebteste aller CMS zu sein scheint, das mittlerweile schon die ganze Welt überzogen hat, bei einem Marktanteil weit über 50%, hört man auch viele kritische Stimmen. Was ist gegen WordPress einzuwenden?

WordPress ist mit PHP programmiert …

… und PHP ist schlechter Code. Man sollte CMS Systeme verwenden, die nicht auf PHP basieren.

Stimmt, WordPress läuft auf PHP Basis. Das ist auch der Grund, weshalb es fast überall läuft. Jeder Internet Provider bietet PHP an. Diese Computersprache ist verhältnismäßig schnell zu lernen. Sie ist weniger komplex als andere Sprachen und so logisch aufgebaut, dass man ein intuitives Verständnis allein durch das Lesen des Codes entwickeln kann. Auch Wikipedia läuft auf PHP. Auf die Frage, welche Sprachen man verwenden sollte, wenn man Websites erzeugen will, die in 10 Jahren noch funktionieren, höre ich immer wieder: HTML und PHP. Gegen PHP ist nichts einzuwenden. Nächster Punkt.

WordPress kommt aus den USA …

… und trägt zur Überwachungsmaschine Internet bei.

Stimmt. Die Quelle dieses open source codes ist das Unternehmen Automattic mit Sitz in San Francisco. Wenn man die Software jedoch selbst hosted und nicht auf die Server von Automattic angewiesen ist, kann man in den Source Code eingreifen und das System so sicher machen, dass der Datenschutz nicht schlechter ist als bei einer statischen HTML-Seite.

WordPress ist zu groß für einen kleinen Blog

Stimmt. WordPress ist schon sehr umfangreich geworden. Für Textblogs oder Fotoblogs mit bester Bildverwaltung gibt es mittlerweile abgespecktere Systeme.

WordPress ist ein Bloggersystem und zu klein für eine Unternehmensseite

Wie groß ist Ihr Unternehmen? Hat es die Dimension der Charité, des Bundestages oder der Humboldt Universität? Dann gibt es für Sie alternative Systeme, die Sie mit Bedacht wählen sollten. Für jede andere Unternehmensgröße ist WordPress ausreichend dimensioniert.

WordPress ist kostenlos …

… und was nichts kostet, ist nichts wert.

Luft ist auch kostenlos, dennoch würden Sie sofort sterben, wäre sie nicht mehr ausreichend vorhanden. Wenn Sie aber darauf bestehen, für ein Content Management System viel Geld zu bezahlen, fragen Sie mich gerne. Ich kenne Alternativen zu WordPress, die viele Tausend Euro kosten, ohne entscheidenden Mehrwert. Ihr großer Vorteil: Sie können Ihren Konkurrenten erzählen, was für ein teures System Sie sich leisten können.

WordPress ist ein Magnet für Hacker, da so viele Leute es benützen

Stimmt. Man sollte sein System ausreichend sichern. Da es so viele Leute benützen, werden Sicherheitslücken in kürzester Zeit geschlossen. Falls nicht von Automattic-Seite, dann durch freie EntwicklerInnen, die freiwillig zur gemeinsamen Sache beitragen.

WordPress ist Kinderkram / WordPress ist für Opas

Stimmt. Schon Kinder können WordPress lernen und Opas haben keine Schwierigkeit damit, das System selbst aufzusetzen. Wo ist das Problem?

Diese Liste könnte man jetzt noch lange weiterführen. WordPress ist WordPress. Die Fans überwiegen. Es wird immer kritische Stimmen geben, die auch alle ihre Berechtigung haben. Sollten gute Gründe für ein anderes CMS sprechen, gibt es Alternativen.

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