Yoast WordPress SEO – Eine Anleitung

Suchmaschinenoptimierung beginnt mit dem WordPress SEO Plugin.

Geschätzte Lesezeit: 6 Minuten

Das Plugin Yoast WordPress SEO kann wesentlich mehr, als „nur“ Beiträge, Seiten oder Bildinhalte für Suchmaschinen und Soziale Netzwerke optimieren. Auch in den seitenweiten Einstellungen gibt es viel zu entdecken und noch mehr Möglichkeiten, seine Website bestens auf die Interaktion mit Suchmaschinen und sozialen Medien vorzubereiten.

Um diese Einstellungen aufzurufen, klicke ich auf das unterhalb des Menüs „Einstellungen“ stehende gelbe Icon mit den weißen Teufelshörnern (was sonst soll dieses Zeichen darstellen? ^^), neben dem „SEO“ steht. Man hat die Möglichkeit, eine Einführungstour zu machen oder direkt in medias res zu gehen.

Unter Dashboard ist jeder Menüpunkt selbsterklärend. In der Rubrik „Webmaster Tools“ kann man Verifizierungscodes für die Administratortools  bei Google, Bing und Alexa eintragen. Ich habe einen Administrator-Account bei Google, habe die Inhaberschaft meiner Website allerdings bereits über einen html-token bestätigt. Gleiches könnte ich auch über meine ID und dieses Plugin-Feld erledigen. Ich wiederhole den Vorgang für meine ID bei Bing. Bei Alexa bekomme ich meine ID unmittelbar nach der Registrierung auf deren Homepage. Unbedingt gut aufbewahren und gleich eintragen, wenn man mit Alexa arbeiten möchte! Hinweis: Die Webmastertools von Google und Bing sind mächte Hilfswerkzeuge für die Suchmaschinenoptimierung. Wesentlich wichtiger als jedes noch so umfangreiche SEO-Tool. Bitte lesen Sie sich ein und nutzen Sie sie.

 Titel & Metas: Umschreiben der Titel erzwingen kann dann vonnöten sein, wenn der Seitentitel nicht exakt den Einträgen aus den SEO-Feldern des Plugins von Artikeln, Seiten oder Medien entspricht. Unter dem Reiter Home kann man Meta-Informationen über die Homepage und die AutorIn der Seite eintragen. Die Artikeltypen, Taxonomien und Anderes definieren die Meta-Einstellungen, die mir das SEO Plugin zu jedem Beitrag, jeder Seite und jeder Datei anlegt. Dies sind mächtige Weichen, um WordPress Formate seitenweit indexieren zu lassen oder aus dem Index zu nehmen, ihre Titelformate festzulegen, Datumsangaben anzeigen zu lassen und eine Standard-Beschreibung pro Format anzugeben, die für den Fall, dass keine eigenen SEO-Informationen vorhanden sind, für Snippets herangezogen werden. 

„Social“ gibt Usern die Möglichkeit, diverse Meta-Attribute für Facebook und Twitter zu vergeben und einen Facebook-Account für die Abfrage von FacebookInsights zu verknüpfen. Bitte die Recherche über OpenGraph und FacebookInsights nicht vernachlässigen, liebe Leserinnen und Leser! Für Facebook sehr wichtig ist die Möglichkeit, hier ein Standardbild zu definieren, das immer dann auf Facebook angezeigt wird, wenn im Artikel selbst keine Bilder enthalten sind. Andernfalls würde Facebook irgend ein in der Nähe gelegenes Motiv einbetten, beispielsweise das Logo oder eine Infografik. Um dies zu vermeiden, kann man hier ein für Facebook richtig proportioniertes Vorschaubild hinterlegen.

Der Menüpunkt XML-Sitemaps ist immens wichtig. Über sie kann man genau einstellen, welche Formate in die Sitemap mit aufgenommen werden sollen, und welche nicht. Warum ist das so bedeutsam? Die Sitemap ist eine Art Landkarte für Suchmaschinen für die eigene Internetpräsenz. Sie erschließt den WordPress Blog. Man kann Taxonomien und Artikel/Seiten wahlweise ausblenden, damit sie nicht von Suchmaschinen angesteuert werden. Eine gute Sitemap ist die Grundlage für einen sauberen Suchmaschinencache. Für alle Einstellungen von XML-Sitemaps benötigt man ggf. Hintergrundwissen über die Formate und ihre Möglichkeiten. Falls man dieses (noch) nicht hat, sollte man alles so lassen, wie es ist. Und bei Gelegenheit mehr über XML-Sitemaps, WordPress Typen und eigene Notwendigkeiten nachforschen. In den meisten Fällen beispielsweise ist es empfehlenswert, die Tags und Kategorien nicht mit aufzunehmen in die Sitemap. Doch manchmal möchte man sie doch im Index – es hängt ganz von der Anwendung ab.
Hier kann man auch Yahoo und Ask.com anpingen lassen kann. Gerne, warum nicht?

Permalinks bietet die Möglichkeit, URLs individuell zu gestalten. WordPress legt Archive in Kategorien an. Üblicherweise wird dann die URL zu diesem Archiv mit dem Namen der Kategorie hinter der tld angeführt. Dies kann man über den ersten Menüpunkt deaktivieren. Der zweite Punkt ermöglicht den erzwungenen / am Ende einer URL. Manchmal nützlich, doch ganz ehrlich: Diese Funktion brauchte ich noch nie. WordPress selbst ist in dieser Hinsicht bereits perfekt gerüstet. Alle weiteren Einstellungen sind selbsterklärend.

Interne Links ist nur wichtig für Fans von Breadcrumbs. Auch dieser Menüpunkt ist selbsterklärend. Ich lasse alle Einstellungen genau so definiert, wie sie den Werkseinstellungen entsprechen, da ich sowieso keine Breadcrumbs verwende. Diejenigen, die es tun, werden sich schnell zurecht finden.

Unter RSS kann man seinem RSS-Feed einleitende oder abschließende Worte, Verlinkungen auf die eigene Seite und andere Parameter mitgeben.

Import & Export sind für den Austausch von Inhalten aus SEO Plugins gedacht.

Mittels „Dateien bearbeiten“ kann man seine .htaccess-Datei direkt editieren. Die .htaccess ist eine Konfigurationsdatei, die direkt mit dem Server kommuniziert. Man sollte genau wissen, was man tut, bevor man sie neu anlegt, editiert und verändert. Achtung, Vorsicht, Gefahr! ;)

< Nachtrag 18.07.13 >

Ein eigenartiger Fehler ist mit einem neuen Theme aufgetreten, der vorher nicht da war: Der Blogtitel wird plötzlich doppelt in den Seitentiteln und den Snippets angezeigt – woran könnte das liegen? Ich recherchiere ein wenig im Netz, und finde die Antwort auf der Forumsseite von WordPress: Im Header des Themes wird die Bloginfo doppelt abgerufen, dies überschneidet sich mit den Einstellungen des SEO-Plugins. Diesen Fehler kann man beheben, indem man entweder unter Menüpunkt Titel das Häkchen „Umschreiben der Titel erzwingen“ aktiviert. Oder man entfernt die überschüssigen PHP-Titel Funktionen aus der Header-Datei. Bestenfalls kopiert man die korrigierte header.php in ein eigenes Child-Theme. Sobald die überschüssigen Tags aus dem neuen Header entfernt sind, ist auch der Titel wieder ordentlich.

< / Nachtrag >

Was man schon über die seitenweiten Einstellungen erkennen konnte, zeigt sich auch beim Einsatz im WordPress System selbst: Mit YOAST WordPress SEO kann man JEDES Format für Suchmaschinen definieren: Jeden Artikel, jede Seite, jede Kategorie, jedes Bild, jeden Tag … die entsprechenden Pluginfelder befinden sich seit der Aktivierung als Zusatz unterhalb aller Editoren und Felder, die von WordPress für die diversen Taxonomien und Texte erzeugt werden. Hier kann man individuelle Einstellungen und Angaben machen, die sich immer nur auf EIN Element beziehen, nämlich das aktive.

Im Reiter Generell gibt man alle Informationen für den Seitentitel und die Snippet-Vorschau ein. Alle Felder sind selbsterklärend.

Unter Seiten Analyse untersucht das YOAST SEO Plugin ausgehend vom unter „Generell“ eingetragenen „Focus Keyword“ die Keyword Density und die Verschlagwortung des Keywords in Schlüsselpositionen. Auch weitere Optimierungspotenziale werden angezeigt.

Erweitert ist für Suchmaschinenprofis und alle, die es noch werden wollen: Hier kann man Artikel ganz bewusst aus dem Index nehmen oder sie in den Index eintragen, je nach Voreinstellung in den allgemeinen Einstellungen. Und noch viel mehr Konfigurationen vornehmen, die sich auf Suchmaschinen direkt auswirken. Es sind grundsätzlich alle Schalter korrekt konfiguriert, man kann diesen Reiter ignorieren, wenn man (noch) nicht weiß, was man tut. Denn jedes einzelne Feld erfordert tiefgreifendes Fachwissen, das man sich Terminus für Terminus aneignen sollte, bevor man diese Einstellungen bedient.

Unter Social kann man noch zusätzlich zwei Beschreibungen formulieren, die speziell für Facebook oder Google+ angelegt werden. Jedes Mal, wenn dieses Format durch Dritte geteilt wird, wird von beiden sozialen Medien eine Vorschau generiert, die man hier zusätzlich individualisieren kann. Wenn diese Felder frei bleiben, greifen die sozialen Plattformen im Allgemeinen auf die Meta Description im Generell-Feld zurück.

2 Gedanken auf "Yoast WordPress SEO – Eine Anleitung"

  1. Ralf Sippel Antworten

    Tolle Artikel schreiben Sie. Bin erst heute nach 6 Jahren wordpress Nutzung (www.vdmf.de) drauf gestoßen. Was ich jedoch bisher nirgends finden konnte: Muss ich bei Artikeln auch eine Keyword optimierung bei yoast machen oder ist das unnütz, da es für Artikel (also nicht die echten Seiten) keine Wertung hat?

    • Granaton Antworten

      Lieber Ralf,
      vielen Dank für das freundliche Lob!
      Mir ist leider nicht klar, wonach Sie fragen. Yoast überprüft nicht die Keyword-Dichte in Ihrem Artikel und auch nicht dessen Relevanz für Google. Yoast bietet lediglich ein Formularfeld, wo Sie ein Haupt-Keyword eintragen können, gerne auch als long-tail Kombination. Das Plugin wird in den gängigsten Meta-Informationen (Überschrift, Titel, Beschreibung) nach diesem Keyword suchen und darauf aufbauend ein Rating für Ihr Backend ausgeben. Doch ob Ihr Artikel im Text und seiner Binnenstruktur ideal für Suchmaschinen aufbereitet ist, kann das SEO für WordPress Plugin nicht für Sie herausfinden.
      Habe ich Ihre Frage damit beantwortet?
      Gerne coache ich Sie in Suchmaschinenoptimierung von Ihrem wertvollen Content.

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